[Videogame – Review] Star Wars: The Force Unleashed

Titel: Star Wars: The Force Unleashed
Testplattform: Xbox 360
Genre: Action – Adventure
Preis: ca. 60-70 €

Spielzeit: ca. 7-8 Stunden
Sprache: multilingual
USK-Freigabe: ab 12 Jahren

Bei Star Wars: The Force Unleashed handelt es sich um den zweiten Versuch im Jahr 2008 dem Star Wars Franchise frischem Wind einzuhauchen. Dass der erste Versuch kläglich gescheitert ist konnte man bereits in unserem Review zu Star Wars: The Clone Wars lesen. Nun stellt sich die Frage, ob Star Wars: The Force Unleashed, nach dem Tiefpunkt der Star Wars Geschichte, wieder ein Lichtblick ist.

Eines steht fest – die Macht ist stark in The Force Unleashed, daher kommt nämlich der Titel. Die Macht wird stärker als je zuvor dargestellt (sie wird schließlich „entfesselt“) und bereits nach den ersten Trailern klappen Fans die Kinnladen runter… „Wozu ist dieser Unbekannte denn fähig?“, werden sich viele fragen. 

Jetzt widme ich mich erstmal der Story, die in einem guten Star Wars Game natürlich nicht zu kurz kommen darf.

The Secret Apprentice

Die Handlung spielt zwischen Episode 3 und 4 und überbrückt somit eine ziemlich große Zeitspanne, da etwa 20 Jahre zwischen den besagten Episoden vergehen.

Nach der Order 66 existieren nur noch wenige Jedi in der Galaxis. Darth Vader, die rechte Hand des Imperators, macht sich auf den Weg nach Kashyyyk, dem Heimatplaneten der Wookies, um einen der überlebenden Jedi zu vernichten. Als Vader ihn duelliert und letztendlich besiegt will er ihn töten, doch ein kleiner Junge reißt Vader sein Lichtschwert durch die Macht aus der Hand. Vader spürt die Stärke des Jungen, tötet seinen Vater und nimmt ihn als Schüler auf. Das Spiel macht einen großen Zeitsprung. Der Spieler schlüpft nun in die Rolle des geheimen Schülers und muss nach und nach die Jedi vernichten. Die Geschichte ist gelungen und kann sich durchaus im offiziellen Kanon sehen lassen. Übrigens spielt man in der ersten Mission Darth Vader, der natürlich relativ langsam und unbeweglich ist, doch dafür schon über die volle Machtentwicklung verfügt.

  

„Wipe them out, all of them!“ – „Vernichte sie, bis auf den Letzten!“ – Darth Sidious

Das Spielprinzip ähnelt sehr stark Spielen, wie „Devil May Cry“ und „God of War“, genaugenommen ist es sogar dasselbe. Man steuert den Protagonisten aus der Verfolgerperspektive und metzelt sich durch Unmengen von Gegner, doch da „Starkiller“ ja ein geheimer Schüler ist, darf er keine Zeugen hinterlassen und vernichtet auch verbündete Sturmtruppen. Die Steuerung ist auf ein Kombosystem fixiert. Es gilt bestimmte Tasten in einer Reihgenfolge oder gleichzeitig zu drücken um spektakuläre Moves zu vollführen. Für jeden besiegten Gegner gibt es Lebensenergie. Die Macht lädt sich nach kurzer Zeit von selbst wieder auf. Die ist übrigens das, was The Force Unleasehd ausmacht, ihr könnt gleich während der ersten Mission Tie Fighter per Macht greifen und sie auf eure Ziele schleudern. Gegriffen wird mit dem rechten Trigger und gesteuert wird das Objekt dann mit den beiden Analogsticks. Zielt man also auf einen Sturmtruppler schiebt man den linken Stick nach vorne und lässt den Trigger los, das Objekt was sich eben noch im Machtgriff befand wird kräftig nach vorne geschleudert und reißt alles mit was im Weg steht. Objekte greifen funktioniert mit einer automatischen Zielerkennung, die leider etwas ungenau ist, doch wenn man sie erst mal in Kontrolle hat klappt alles prima. Was den Einsatz der Macht besonders spektakulär macht sind die drei verwendeten Physikengines. Holzsplitter immer anders, Metall verbiegt sich wie Metall und Glassplitter unglaublich überzeugend… Auch die Gegner verhalten sich realistisch, sie klammern sich an Kisten fest, humpeln wenn sie etwas an das Bein bekommen usw. Da es keinerlei Skripts für solche Zwecke im Spiel gibt, sieht ein und die selbe Sache immer anders aus. Doch das ganze bringt auch einen Nachteil mit sich, den anders kann ich mir nicht erklären, wieso Gegner, sämtliche Trümmer, und auch große Bosse wie AT-STs nach nur wenigen Sekunden verschwinden.

Apropos Bosse, an jedem Levelende erwartet euch solch einer, diese Kämpfe haben meist eine Arenaperspektive und machen besonders Laune. Der Kampf geht dann mit einem QTE (Quick-Time-Event) zu Ende. Das heißt der Spieler drückt so schnell es geht die Tasten, die auf dem Bildschirm angezeigt werden um den Feind in einer vorgefertigten Sequenz zu erledigen. In einem Level sind diverse Power-Ups und Holocrons verteilt, die es einzusammeln gilt. Beim bezwingen von Gegnern oder dem Sammeln von Holocrons sammelt man Erfahrungspunkte, die man für die Machtfähigkeiten ausgibt. Man kann seinen Charakter also nach Belieben leveln.

Helle und dunkle Seite der Macht

Betrachten wir nun die Technik.

Natürlich fällt sofort der bombastische Soundtrack auf, ebenso die Effekte sind auf gewohnt hohem Star Wars Niveau und auch die Synchronsprecher machen einen guten Job. Dabei gibt es in der deutschen Version sogar Originalsprecher zu hören. Auch die Grafik ist gut und lässt den Spieler an manchen Stellen die Pracht genießen, doch kommt es auch vor, dass man mal auf matschige Texturen trifft. Das ist aber eher selten der Fall. Zu kämpfen hat das Spiel aber auch mit Tearing, das heißt mit Zeilenverschiebung. Wenn man die Kamera schnell dreht, dann werden markante Striche durch das Bild gezogen, aber auch solche Patzer halten sich in Grenzen.

Fazit

Alles in Allem ist das Gameplay gut, jedoch mangelt es dem Spiel an Abwechslung, es gibt zwar einige Rätsel, diese sind aber sehr spärlich verteilt und nicht wirklich fordernd. Eine Schleichmission hätte auch nicht geschadet, da der Schüler eben geheim bleiben soll. Eher selten gibt es Kameraprobleme, aber auch diese sollten erwähnt werden. Ein weiterer sehr großer Kritikpunkt ist, dass es keinen Multiplayermodus gibt. Nun aber genug gemeckert, denn wenn man Star Wars: The Force Unleashed spielt, „spürt“ man die Macht, spätestens wenn man das größtmögliche Objekt in den Machtgriff bringt. Es kommt von Anfang an Star Wars Atmosphäre auf (übrigens hier wieder das originale Intro). Man sollte aber definitiv keinen Überkracher erwarten, doch handelt es sich um ein sehr gutes Spiel. Zum Hit fehlt allerdings noch etwas Innovation. Allen Star Wars Fans lege ich dieses Spiel ans Herz, allen die nichts mit Star Wars anfangen können sollten sowieso die Finger davon lassen.

Ob es sich für 7-8 Stunden Spielzeit lohnt 60-70 € auszugeben, muss jeder selber wissen, ansonsten kann ich nur empfehlen sich das Spiel aus der Videothek auszuleihen.

 

Story

Die Story ist gelungen, es kommt richtige Star Wars Atmosphäre auf, doch sind die Zwischensequenzen etwas kurz geraten.
Gameplay Die Machtfertigkeiten machen das Spiel besonders, gerade die Bosskämpfe wissen zu überzeugen. Einige Stellen sind etwas schwierig, aber nie unfair.
Grafik Die grafische Qualität schwankt, doch bleibt gut. Es gibt zwar Tearing, aber die Framerate bleibt konstant. Die Charaktere sehen sehr gut aus, vor allem die Mimik.
Sound Der Sound ist bombastisch und die bekannten Stücke wurden vom Komponisten von KotOR II wunderbar ergänzt.

Multiplayer
nicht vorhanden

Gesamt
Ein Spiel welches gute Videospielkost liefert und viele Star Wars Fans glücklich machen wird.