Band: Muse
Album: Showbiz
Erscheinungsdatum: 4. Oktober 1999
Tracklist
- Sunburn – 3:54
- Muscle Museum – 4:22
- Fillip – 4:01
- Falling Down – 4:34
- Cave – 4:45
- Showbiz – 5:17
- Unintended – 3:56
- Uno – 3:38
- Sober – 4:04
- Escape – 3:31
- Overdue – 2:26
- Hate This & I’ll Love You – 5:11
Muse ist eine britische Rockband, die 1994 in Teignmouth, Devon (England) gegründet wurde. Die Band besteht aus den drei Mitgliedern Matthew Bellamy, Christopher Wolstenholme und Dominic Howard. Der Name (nach der griechischen Muse) wurde gewählt, als die drei davon in der Schule hörten. Damals wussten sie nicht was das Wort bedeutet, haben sich informiert und gedacht, dass sich das Wort sehr gut auf Gig-Postern machen würde. Außerdem sagte Bellamy in einem Interview, dass es wahrscheinlich mit seinem Intresse für Theologie und dem Übernatürlichen zu tun hat.
Das besondere an Muse ist der vielfältige Sound, da sie sehr viele Genre verbinden. Zu den Genren gehören Alternative-, Hard– und Progressive Rock sowie klassische Musik und Electronica. Muse gelten somit als große Gründer des Subgenres New Prog. Der Gesang und die Instrumente sind sehr gefühlbetont, so wird zum Beispiel auf Gefühlsschwankungen aufgebaut.
Eines ist vorweg ganz einfach zu sagen, nicht jedem der Musik aus den besagten Genren mag, wird Muse gefallen, da der Sound sehr schrill klingt. Damit meine ich nicht nur die Instrumente, auch der Gesang ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da Matthew Bellamy ein Sänger ist, der die Fähigkeit hat Falsett zu singen und dies auch tut. Auch ich musste das Debütalbum mehrere Male hören um mich an den Sound zu gewöhnen.
Besetzung:
Matthew Bellamy: Gesang, Gitarre, Piano, Synthesizer, Songwriting
Christopher Wolstenholme: E-Bass, Bass, Gitarre, Backing Vocals, Synthesizer
Dominic Howard: Drums, Percussions, Sytnhesizer, Animal Bones
Sunburn
„Sunburn“ startet mit dem Piano, bis in der elften Sekunde des Songs die Drums dazukommen. Matt zeigt in dem Song schon wunderbar die Qualität seines Gesangs, auch das Piano weiß zu überzeugen. Der Bass setzt im Chorus richtig heftig ein. Nach dem zweiten Chorus kommt ein Gitarrensolo, welches ungemein ins Gesamtbild passt, der Gesang wird heftiger. Während das Piano weiterspielt ist im Hintergrund die kreischende Gitarre zu hören. Das Outro ist auf dem Piano nochmal wesentlich schneller gespielt und der wunderbare Song klingt aus. Wow, ganz starker erster Track!
Come let the truth be shared
No one ever dared
To break these endless lies
Secretly she criesShe burns like the sun
And I can’t look away
And she’ll burn our horizons
Make no mistakes
Muscle Museum
Dieser Song startet mit dem Bass alleine, die Gitarre kommt hinzu und spielt ein schönes Riff, nach dem Riff startet Bellamy den Gesang, während Baseline und Drums weiter spielen. Vor dem Refrain setzt die Gitarre wieder ein. Ab 01:18 kreischt die Gitarre, diese Geräusche werden mit einem Effektgerät namens Fuzz Factory erzeugt und sind Musetypisch. Der Refrain bietet ganz starken Text und geht beim zweiten mal an der Stelle „And I’ll do it on my own“ in ein gefühlvolles Gekreische über, welches sehr schwer zu beschreiben ist. Es hört sich ein bisschen nach weinendem Gesang an, welcher aber nicht als „Lückenfüller“ dient, sondern von vorne bis hinten brilliant ist und so auch in den Song gehört. Diesen Part kann man wahrlich als Highlight des Stückes bezeichnen.
Can you see that I am needing
Begging for so much more
Than you could ever give
And I don’t want you to adore me
Don’t want you to ignore me
When it pleases you
And I’ll do it on my own
Fillip
„Fillip“ bedeutet so viel wie „stimulieren“. Düstere Geräusche leiten den harten Sound ein. Der ganze Song ist sehr schwungvoll, in der Mitte gibt es einen Break, wo das Piano einsetzt, das Tempo wird rapide gebremst, um wieder volle Fahrt aufzunehmen. Zum Ende hin wird das Lied nochmal langsam und klingt mit Störgeräuschen aus. Der Text ist eindeutig, es geht um eine gescheiterte Liebe, davon kann man auch in den ersten beiden Songs ausgehen, jedoch erzählt „Sunburn“ im ersten Verse auch noch von der Bandgeschichte und Geldsorgen.
Accuse me
Trust me
I never knew
That you were the one
You were the oneAnd it’s gonna be
Our last memory
And it’s led me on
And on to you
Falling Down
In „Falling Down“ geht es um das Aufwachsen von Matthew in Teignmouth, der Song ist ruhig, langsam und traurig. Matt verarbeitet die Erlebnisse seiner Jugend mit diesem Song und drückt im Text aus was er denkt, er hätte die Stadt am liebsten zerstört:
I’m falling down
And fifteen thousand people scream
They were all begging for your dream
I’m falling down
Five thousand houses burning down
No-one is gonna save this townToo late
I already found what I was looking for
You know it wasn’t here
No it wasn’t here
Cave
Das Intro von Cave erinnert mich an das Eindringen in die Höhle eines anderen Menschen, nicht zu unrecht, darauf läuft das ganze dann ja auch hinaus. Die Höhle wird zerissen und wüst dargestellt. Das Trio startet mit heftigen Klängen und komischen Scratchingsounds und zieht diese bis zum Outro durch, wo dann ein ganz ruhiges Piano zu hören ist, aber nocheinmal die Gitarre einsetzt und ein Solo zu hören ist, das Piano bleibt im Hintergrund.
So come in my cave
and I’ll burn your heart away.
Come in my cave,
and I’ll burn your heart away.
Please close your ears and try to look away
So you’ll never hear a single word I say
and don’t ever come my way.
Showbiz
Bei „Showbiz“ gehts ums „Showbiz“. Naja, durch den ganzen Bühnenstress nicht wahnsinnig werden eben.
Die Atmosphäre im Lied ist sehr düster und bedrückend. Es beginnt mit druckvollen Drums, die später durch tiefen Bass und die E-Gitarre unterstützt werden. Beim Text spielt Matthew die Gitarre kurz alleine, bis Drums und Bass wieder dazukommen. Das Riff der Gitarre ist im Prinzip der Gesang auf die Gitarre übertragen, was wunderbar passt. Ungefähr bei 02:50 kommt ein Solo mit der Fuzz Factory, eine Minute später zeigt Mr. Bellamy was er so alles drauf hat und zeigt uns seine Tremolo Picking Künste. Das Intro des Songs ist auch das Outro. Obwohl Textmäßig nicht so viel geboten wird ist das Lied einfach fantastisch. Übrigens ist die letzte Note im Song die höchste, die jemals von Muse aufgenommen wurde.
Controlling my feelings for too long
Controlling my feelings for too long
And forcing my darkest soul to unfold
And forcing our darkest souls to unfold
And pushing us into to self destruction
And pushing us into to self destruction
Unintended
Nun folgt ein Lied, welches auf der Akustikgitarre gespielt ist. Es ist ein Liebeslied und das melanchonischste, sowie stillste, des Albums. Der Refrain ist mit Gefühl gesungen und zeigt erneut die Stimmqualität des Sängers, dessen Stimme wie gesagt wirklich nicht jedermans Sache ist.
You could be my unintended
Choice to live my life extended
You should be the one I’ll always love
I’ll be there as soon as I can
But I’m busy mending broken
Pieces of the life I had before
Uno
Ein Song, der wieder sehr laut startet, aber zum Vers hin muksmäuschenstill wird, der Refrain ist wieder laut. Daraufhin folgt ein kurzes Gitarrensolo, welches sehr ruhig ist. Das Muster wiederholt sich. Am Ende des Songs gibt es nochmal emotionales Tremolo Picking. Im Gegensatz zu den Liedern bevor, geht es um eine Person, die Matthew nichts bedeutet hat.
This means nothing to me
‚cause you are nothing to me
And it means nothing to me
That you blew this away
Sober
Der Titel heißt auf deutsch zwar „nüchtern“, doch es geht um Alkohol, nämlich Whiskey. Die Gitarre ist ordentlich, auch der Bass und die Drums sind in Ordnung, in diesem Lied hört man im Refrain die Backing Vocals von Christopher Wolstenholme gut herraus. Besonders gut klingt der Einsatz der Fuzz Factory.
Royal Canadian blended
The spicy aroma had mended me
Matured for years and imported
Into my glass you poured it
And you’re the only reason that I remain unfrozen
Suppose it stands to reason
That you would turn on meYou’re so solid
You’re so solid
It burns inside of me
‚cause you’re so solid
It burns inside of me
Escape
Escape beginnt sehr leise und wird nach einer Minute laut, der Text ist mal wieder auf den Punkt gebracht. Der Song klingt am Ende wieder ruhig. Es ist schwierig den Sound zu beschreiben, für mich hebt sich das Lied von den anderen ein wenig ab.
Why can’t you just love her?
Why be such a monster?
You bully from a distance
Your brain needs some assistance
But I’ll still take all the blame
‚Cause you and me are both one and the same
And its driving me mad
And its driving me mad
Overdue
Schräge Gitarren Sounds, flotter Gesang, schnelle Drums ein Scream. Das kürzeste Lied des Albums, aber sehr schwungvoll, keinesfalls schlecht.
It doesn’t matter where I have gone
I just can’t afford to
Pay for all the mistakes that you have made
It’s about time I was paidI’m young but I know that I’m aroused
Hate This & I’ll Love You
Zu Beginn des Tracks hört man Singzikaden zirpen, das Piano spielt leise vor sich hin und Matt singt ruhig. Der Refrain ist laut und bietet eine gute Baseline und wahrscheinlich zwei Gitarren, mit der einen wird gezupft, während die andere in die Saiten haut. Das Outro ist erneut ein Pianopart, der das Album ausklingen lässt.
You left us far behind,
So we all discard our souls.
And blaze through your skies,
So afraid to die.
‚cause I was born to destroy you,
And I am growing by the hour.
I’m getting strong in every way, yeah. Yeah.
Fazit
Muse schaffen es in diesem Album eine verzweifelte, machtlose und kämpfende Stimmung aufzubauen wie sonst nur wenige Bands. Doch Muse lässt sich mit anderen Bands eigentlicht kaum vergleichen und ich verstehe es wenn jemand sagt, er kann mit Muse rein gar nichts anfangen, doch sollte man der Band eine Chance geben. Dass die Lieder eines Showbiz eingängig sind, kann man jedenfalls nicht behaupten, hat man sie dann jedoch irgendwann des Öfteren gehört, ziehen sie den Hörer in ihren Bann. Die Texte sind teils auf den Punkt gebracht, bieten aber auch jede Menge Interpretationsfreiraum. Besonders beeindruckend ist es wie die Bandmitglieder ihre Instrumente beherrschen und sich in ihrer Musik verlieren, das kommt gut in Liveperformences zur Geltung.

Anspieltipps: Sunburn, Muscle Museum, Showbiz, Unintended, Uno (Klick mich)
Muscle Museum Live (Hullabaloo DVD):
Offizielle Website
Muse’s MySpace
Wikipedia – Muse (en)
Wikipedia – Muse (de)
